2018_7worte_postkarte_RZ-1

Die sieben letzten Worte Jesu am Kreuze

Poems von Andreas Schlögl, Fassung vom 30. April 2018

 

 Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“ (Lk 23,34 EU)

Leid Lust Leiden

schafft

in einer Poesie

in einem Wort

zurück die Zeit aus

der du gekommen

zurück

das Glück vergeben

heißt Leben Vater

vergib was

sie tun

 

 „Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.“ (Lk 23,43 EU)

Sterben in den Armen

deiner Liebe eine Rose

im Paradies

lass dies geschehen

eine schöne Blume

verwelkt in Fleisch und Blut

ich frage dich

wo bist

du

 

 

 „Frau, siehe, dein Sohn!“ und: „Siehe, deine Mutter!“ (Joh 19,26-27 EU)

Hab weder Frau

noch Sohn nur

Mutter die mich

empfing mein Vater

meine Angst und

meinen Schmerz

jetzt werde ich

bei dir

sein

 

 

 

 

 „Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?“ (Mk 15,34 EU; Mt 27,46 EU)

Als Mensch wurde ich

geboren als Gott da

sterbe ich

warum hast Du mich

auserkoren

warum verlässt du mich

von Gott verlassen

mein Gott

mich

 

 

 

 „Mich dürstet.“ (Joh 19,28 EU)

In der Wüste

trockner Sonnendorn

mein Leib

zerrissen in Fetzen

hängen

an Kakteen

die Seele

dürstet

und ich

trinke

 

 

 

 „Es ist vollbracht.“ (Joh 19,30 EU)

Der Tag neigt sich

dem Ende

entgegen deiner

unendlichen Liebe

klingt Sterben in

meinen Ohren als

Erlösung Erlösung

von den Bösen

Erlöser wollt

ich nie

es ist

vollbracht

 

 

 

 „Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist.“ (Lk 23,46 EU)

Deine Hände

dein Gesicht

Schweiß auf

meiner Stirn

die Gedanken

meine letzten

und die Kräfte

schwinden der Geist

mein Geist

lege ich

Geist Hände

Vater